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Aufgrund der widerstandsgünstigen Auslegung und einer auf
die Zelle abgestimmten Antriebseinheit verfügt der ultraleichte
Motorsegler über gute Reiseflugleistungen. Ein PKW-Viertaktmotor
gewährleistet hierbei einen geringen Kraftstoffverbrauch. Die
Spannweite von elf Meter verleiht dem Gerät gute Segelflugleistungen.
Schalldämpfer und Katalysator, sowie der Betrieb mit bleifreiem
Kraftstoff garantiert eine auf ein Minimum reduzierte Belastung
der Umwelt. Ein im Rumpf integriertes Raketen-Rettungssystem bietet
zusätzliche Sicherheit in Notfällen.
Für Entwurf und Konstruktion des einsitzigen Motorseglers
ULF-2 zeichnet Dieter Reich verantwortlich. Detailkonstruktion und
Bau des Prototyps erfolgte durch Anton Quanz. Antriebsanlage und
Elektrik wurden von Horst Fischer konzipiert.
Der Erstflug des ULF-2 fand im Oktober 1993 statt. Die Erteilung
der Verkehrszulassung erfolgte im Februar 1995 durch den DAeC. Im
Juni 1997 erhielt Dieter Reich den selten vergebenen Hans-Becker-Preis
der OUV für die Entwicklung des Ultraleichtflugzeugs ULF-2.
Der erste Nachbau wurde 1999 eingeflogen. Die Zahl der nachgebauten
Flugzeuge liegt inzwischen bei fünfzehn.
Flugeigenschaften
Eine moderate Zuspitzung in Verbindung mit einer ausgerundeten
Hochauftriebscharakteristik des Flügelprofils ergibt, wie beim
ULF-1, ein trudelresistentes Flugzeug.
Wird das Flugzeug im Geradeausflug (bei ca. 75% Motorleistung und
2 km/h pro Sekunde Fahrtverminderung) langsam überzogen, stellt
sich bei ca. 48 km/h ein Gleichgewichtszustand bei hohem Anstellwinkel
ein. Dabei tritt kein Höhenverlust auf. Quer- und Seitenruder
sind sinnrichtig wirksam, der Steuerknüppel ist dabei voll
gezogen.
Bei Leerlauf des Motors stellt sich eine Geschwindigkeit von ca.
50 km/h ein. Der Knüppel ist dabei am Anschlag, wobei das Flugzeug
in eine leichte periodische Nickschwingung gerät. Es zeigt
sich keine Tendenz zum Abkippen über den Flügel. Das Flugzeug
befindet sich dabei in einem Sackflugzustand mit ca. 2-3 m/s Sinkgeschwindigkeit.
Quer- und Seitenruder sind sinnrichtig wirksam.
Wird das Flugzeug dynamisch überzogen, neigt es sich harmlos
nach vorn, zeigt keine Neigung zum Trudeln. Das Flugzeug holt Fahrt
auf, der Höhenverlust beträgt dabei maximal 40 m.
Bauweise
ULF-2 ist in der, für den Selbstbau besonders vorteilhaften
Skelett-Bauweise ausgeführt. Dafür werden Kiefernholz
und Sperrholz verwendet. Für Formteile und Übergänge
kommt GFK zur Anwendung. Das Flugzeug ist mit einem Polyestergewebe
bespannt. Stahlrohre werden für die Herstellung des Motorträgers
verwendet, Aluminiumrohre für die Stoßstangen der Flugsteuerung.
Für Scharniere, Beschläge und Steuerungsteile wird Stahlblech
verarbeitet.
Antrieb
Das Kernstück des Antriebssystems besteht aus dem Citroën
VISA PKW-Motor. Dabei handelt es sich um einen luftgekühlten,
24 KW-4 Takt-2 Zylinder Boxermotor, der sich durch geringen Verbrauch
und großer Verfügbarkeit bei niedrigem Anschaffungspreis
auszeichnet. Dieser Motor wurde mit einem Riemenuntersetzungsgetriebe
sowie einem Abgasdämpfer versehen, womit die recht anspruchsvollen
Lärmschutzforderungen erfüllt werden konnten. Der Motor
wird mit bleifreiem Kraftstoff betrieben. Eine Abgasentgiftung erfolgt
über einen ungeregelten Katalysator. Die Ansaugluft wird gefiltert
und durch einen manuell kontrollierten Vergaserluftvorwärmer
geleitet.
Rettungssystem
Das voll integrierte, ballistische Rettungssystem besteht aus einer
Fallschirmkappe, welche in einem Behälter hinter dem Pilotensitz
untergebracht ist. Eine elektrisch oder pyrotechnisch gezündete
Rakete zieht den Schirm aus dem Behälter und birgt Flugzeug
und Pilot.
Straßentransport
Transport und Unterstellung sollte in einem geschlossenem PKW-Anhänger
erfolgen. Dazu legt man die Tragflügel mittels einer Kardanverbindung
an den Rumpf. Das abnehmbare Höhenleitwerk findet in einer
Halterung zwischen Rumpf und Tragfläche seinen Platz. Das Aufrüsten
kann von einer Person in etwa 25 Minuten durchgeführt werden.
Das Flugzeug beansprucht beim Einschub in den Hänger eine
Höhe von 2,00 m, eine Breite von 1,65 m und eine Länge
von 6,70 m. Ab einer laufenden Länge von 2 m kann die Höhe
kontinuierlich bis auf 1,7 m am Ende des Hängers abgesenkt
werden.
Nachbaupläne
Die Bauunterlagen bestehen aus:
29 Blatt Konstruktionszeichnungen (15 qm) im Format A1 und größer.
Viele Details sind im Maßstab 1:1 gezeichnet. In den Plänen
ist auch der Umbau des Visa-Motors zum UL-Antrieb genau beschrieben.
26 Blatt Werkstattzeichnungen (A4) im Maßstab 1:1
Eine detaillierte Bauanleitung (60 Seiten) mit Anschauungsmaterial
(Photos), Prüfplan und Bezugsquellennachweise auch für
Fertigbauteile wie Motorträger und GFK-Schalenteile.
Ein Flug-/Betriebshandbuch (20 Seiten)
Für den Nachbau sind Kenntnisse im Holzflugzeugbau erforderlich.
Der Bauaufwand liegt bei etwa 2000 Stunden. Die Materialkosten für
Zelle, Motor und Rettungssystem müssen mit etwa Euro 8.000,-
veranschlagt werden.
Vor Baubeginn sollte man sich zum Zwecke der Bauüberwachung
mit einem Prüfer der Klasse 5 in Verbindung setzen.
Eine Serienanfertigung, sowie die Zusammenstellung von Bausätzen,
ist nicht vorgesehen.
Zulassung und Lizenzen
Zur Inbetriebnahme des ULF-2 ist ein Lufttüchtigkeitsnachweis
erforderlich. Das Luftsportgerät gilt als lufttüchtig,
wenn es den vorliegenden Zeichnungen, Bauanweisungen und Prüfverfahren
entspricht, sowie einer erfolgreichen Stückprüfung (Prüfer
Klasse 5) unterzogen wurde. ULF-2 darf nur betrieben werden, wenn
die vorgeschriebenen und angeordneten Nachprüfungen durchgeführt
sind. Die Verkehrszulassung wird vom Luftsportgerätebüro
des DAeC erteilt.
Zum Führen des ULF-2, er fällt unter die Kategorie "Ultraleichtflugzeuge",
ist ein Luftfahrerschein für Luftsportgeräteführer,
Beiblatt "F" (DAeC) erforderlich.
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